Die Pinguinparade von Phillip Island

Australien - Down Under

Auf Phillip Island im Süden des australischen Bundesstaates Victoria befindet sich nicht nur Australiens größte Seebärenkolonie, sondern auch die größte Pinguin-Brutkolonie des Kontinents. Die grünen Hänge der bizarren Steilküste sind voll von den Gelegen der kleinsten unter den weltweit 18 Pinguinarten – den Zwergpinguinen. Auf der gesamten Insel wohnen etwa 26.000 Pinguine, 2.500 davon am Summerland Beach.

Von Cowes, dem Hauptort Phillip-Islands, starteten wir eine Fahrradtour zur Westspitze der Insel. Immer wieder gab es kurze, aber heftige Regenschauer, was jedoch zur rauen See und der eindrucksvollen Küstenlandschaft passte. Bei Point Grant konnte ich die ersten Pinguine beobachten. Auch sah ich von der Inselspitze aus die große Robbenkolonie an den vorgelagerten Seal Rocks, allerdings nur mit viel Mühe und einem sehr guten Fernglas. Erfreulicherweise tauchte jedoch am späten Nachmittag noch einer dieser lustigen, verspielten Säuger an der Hafenmole von Cowes auf, um einem Angler den Fisch wegzuschnappen und sich dann mir bereitwillig als Fotomodell zur Verfügung zu stellen.


Unvergesslich bleibt mir der Abend, an dem ich die Gelegenheit hatte, die berühmte Pinguin-Parade am Summerland-Beach zu erleben. Jeden Tag zum Sonnenuntergang spazieren die kleinen Tiere über den Strand. Mit Einbruch der Dunkelheit zeigte sich der erste Pinguin-Spähtrupp, der sich aber noch nicht aus der Brandung traute. Dann kamen die kleinen Frackträgrer zu Dutzenden aus dem Wasser. Die kleinen Kerle versammelten sich in Gruppen von etwa 20 bis 25 Tieren, um dann im Gänsemarsch gemeinsam die Uferböschung hinauf zu ihren Brutplätzen zu watscheln. Fehlten einige Tiere, so geht die gesamte Gruppe zurück ins Meer, um sich mit den Nachzüglern erneut zu sammeln und geordnet und vollständig loszumarschieren. In der Gruppe fühlen sich die Pinguine sicherer. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, wenn die tapsigen Frackträger vorbeiziehen. Wie viele von ihnen zur Parade antreten hängt von der Jahreszeit ab: Im Juni watscheln in der Regel 200 bis 400 Pinguine aus den Wellen, im Dezember teilweise mehr als 1.000!


Am darauffolgenden Morgen ging es entlang der Ostküste wieder Richtung Norden. Unterwegs sah ich wildlebende Kängeruhs, zahlreiche Papageienarten – von den bunten Wellensittichen bis hin zu großen, prächtigen Kakadus – sowie hohe Termitenhügel. Nach 3.000 km durch Südost-Australien erreichten wir wieder Sydney. Ich unternahm noch einen letzten Tauchgang und dann war die Reise schon wieder vorbei. Zwar standen noch zwei Tage in Tokio bevor, doch war ich schon ein wenig traurig, als das Flugzeug in Sydney startete. Zurück blieben die Kängeruhs, Koalas, Haie, Pinguine und Robben, die Erinnerung an sie nehme ich aber für immer mit nach Hause...

(Erstveröffentlichung in „Adlershofer Flossenblätter“ Ausgabe 53/2003)

Fotos: Roger Blum





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